Rekordtief bei Insolvenzen

Die lippische Wirtschaft ist gut aufgestellt. Seit sieben Jahren ist die Zahl der Unternehmenspleiten rückläufig. „Mit 103 Unternehmensinsolvenzen in 2017 liegt Lippe auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000“, kommentiert Axel Martens, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe), die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen. Gegenüber 2016 bedeutet dies einen Rückgang um 7,2 Prozent.

Mehr als die Hälfte der betroffenen Unternehmen wurden als Einzelunternehmen geführt. Ein Drittel der betroffenen Unternehmen hatten die Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Jeder zweite Betrieb war weniger als acht Jahre am Markt präsent.

In erster Linie waren das Baugewerbe (24 Fälle, Vorjahr 23 Fälle) und der Handel (20 Fälle, Vorjahr 27 Fälle) von einer Insolvenz betroffen. 13 (Vorjahr 18) Insolvenzen meldete das Gastgewerbe.

Neben den Unternehmen beantragten im vergangenen Jahr 331 (plus 8,9 Prozent) weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dabei handelte es sich überwiegend um Verbraucherinsolvenzen (minus 7,5 Prozent). Angestiegen ist demgegenüber die Zahl der Insolvenzen von ehemals selbstständig Tätigen auf 63 Anträge (Vorjahr 23 Anträge).

Die Gesamtzahl der Insolvenzen in Lippe war mit 434 Verfahren um 4,6 Prozent höher als 2016. 553 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren von den Insolvenzen betroffen. Die voraussichtlichen Forderungen beliefen sich auf 100 Millionen Euro.