Tourismus schafft „Mehr.Wert“

Der Tourismus in Lippe ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor. Das ist das Ergebnis des Sparkassen-Tourismusbarometers Westfalen-Lippe (Barometer). In einer Gemeinschaftsveranstaltung zeigten die Sparkasse Paderborn-Detmold und die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) die verschiedenen Facetten des Tourismus auf. Als Referent war Karsten Heinsohn, Bereichsleiter Tourismusbarometer und Monitoring bei der dwif-Consulting GmbH Berlin, eingeladen.

„Zum Gastgewerbe in Lippe zählen etwa 1200 Unternehmen, in denen 2500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Arbeitsplatz finden. Mehr als 200 Unternehmen bieten in Lippe Übernachtungsmöglichkeiten an. Im vergangenen Jahr besuchten 420.000 Gäste Lippe. Sie sorgten für 1,6 Millionen Übernachtungen. Hinzukommen noch annähernd 13 Mio. Tagestouristen“, informierte IHK-Geschäftsführerin Maria Klaas über die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Landrat Dr. Axel Lehmann ergänzte, dass der Tourismus für einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro pro Jahr in Lippe sorgt. Hinzu kommen Ausgaben im Einzelhandel und im Dienstleistungsgewerbe.

„Von attraktiven Freizeiteinrichtungen und qualitativ gut aufgestellten Hotels und gastronomischen Betrieben profitieren aber nicht nur die Besucher, sondern auch die heimischen Bürgerinnen und Bürger“, ergänzte Hubert Böddeker, Vorstand der Sparkasse. Denn der Tourismus steigert als weicher Standortfaktor die Lebensqualität und stärkt damit den Wirtschaftsstandort. Tourismus ist Imageträger und Impulsgeber zugleich. Er trägt so zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften bei. Davon profitieren Industrie und Gewerbe. Heinsohn stellt als Ergebnis der regelmäßigen Befragungen im Rahmen des einmal jährlich veröffentlichten Barometers fest, dass jedem zweiten befragten Unternehmen der hohe Freizeitwert und das Standortimage für Bekanntheit und Unternehmensimage nutzen.

Qualität spielt im Tourismus eine große Rolle. Sie steigert die Zufriedenheit der Kunden, weiß der Referent aus Erfahrung. Nur gut aufgestellte Unternehmen werden überleben, denn der Wettbewerb im Tourismus ist hart. „Eine Region braucht Ausstrahlung, um für Gäste interessant zu sein. Haben Sie Mut umzudenken, nehmen Sie eine andere Perspektive ein und packen Sie es gemeinsam mit allen Beteiligten an“, gab der Tourismusexperte den Zuhörern als Rat mit auf den Weg.

In Lippe gibt es noch Potenziale für weiteres Wachstum des Tourismus. Um diese Potenziale zu heben, müssen alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und den Nutzen der Freizeitwirtschaft noch stärker herausstellen. Dabei muss die Frage: „Was will der Gast?“ im Mittelpunkt stehen. Die Antwort: Erlebnis! Das ist nur möglich, wenn besondere, individuelle Angebote vorhanden sind und kommuniziert werden. „Wandern allein reicht nicht, das bieten viele Regionen. Erlebnis entsteht erst durch authentische Geschichten“, ist sich der Tourismusexperte sicher. Analysen zeigen, dass Service und „Hardware“ – das Hotel selbst und dessen Außenanlagen – im Tourismus in Lippe im Wettbewerbsvergleich stimmen. Verbesserungsbedarf gibt es dagegen beim Preis-Leistungs-Verhältnis, bei der Zimmerausstattung und der Schnelligkeit sowie Verfügbarkeit von kostenfreiem WLAN.